Die Erwartungen an den Wasserstoff sind hoch. Sowohl in den Niederlanden als auch in Europa und auf globaler Ebene wird nach Lösungen und zukünftigen Möglichkeiten gesucht. Die Verwendung von Wasserstoff im Gartenbau bietet vielversprechende Möglichkeiten, den Sektor nachhaltiger zu machen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Wie wird Wasserstoff eigentlich hergestellt?
Wasserstoff kann auf verschiedene Weise hergestellt werden, aber die beiden gängigsten Methoden sind die Dampfreformierung von Erdgas und die Elektrolyse von Wasser. Bei der Dampfreformierung von Erdgas entsteht bei der Produktion CO2 als Nebenprodukt. Dies hat daher Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit.
Die zweite gängige Methode, die Elektrolyse von Wasser, wird aus erneuerbaren Quellen wie Wasser gewonnen. Bei dieser Methode wird Wasser (H2O) mit Hilfe von Strom in Wasserstoffgas (H2) und Sauerstoffgas (O2) gespalten. Die Herstellung von Wasserstoff ist also ohne CO2-Emissionen möglich. Dies wird als grüner Wasserstoff bezeichnet.

Mehr Nachhaltigkeit im Gartenbausektor
Um den Unterglasgartenbau nachhaltiger zu gestalten, stößt man an Grenzen: geothermische Kapazität, Netzkapazität oder Verfügbarkeit von Biomasse. Wasserstoff hingegen kann im Unterglasgartenbau sehr effektiv und flexibel eingesetzt werden. Der Gartenbausektor kann eine Rolle bei der Einführung von Wasserstoff in den Niederlanden spielen und die damit verbundenen Möglichkeiten nutzen.
Wie kann Wasserstoff im Gartenbausektor eingesetzt werden?
Aus Forschungsergebnissen von Glastuinbouw Nederland geht hervor, dass Wasserstoff die vorhandenen nachhaltigen Energiequellen für den Unterglasgartenbau ergänzen kann. Wasserstoff kann im Unterglasgartenbau in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Rolle spielen.
1. Energiespeicherung
Wasserstoff kann als effiziente Form der Energiespeicherung genutzt werden. Im Gartenbau gibt es oft einen schwankenden Energiebedarf. Dieser hängt z. B. vom Heizungs- oder Beleuchtungsbedarf ab.
Wasserstoff kann in Zeiten geringer Nachfrage aus überschüssigem Strom erzeugt und später bei Bedarf zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Dies ermöglicht eine bessere Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Sonne und Wind und eine stabilere Energieversorgung.
2. Mit Wasserstoff betriebene KWK-Anlagen
Die derzeitigen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) auf der Grundlage von Gasmotoren sind für Wasserstoff nicht so gut geeignet. Es ist daher interessanter, sich mit KWK-Anlagen zu befassen, die mit 100% Wasserstoff betrieben werden. Die ersten Motoren für diesen Zweck kommen bereits auf den Markt. Wasserstoff kann als Brennstoff verwendet werden, der mit Sauerstoff reagiert und Strom und Wärme erzeugt. Dieser Strom kann dann für verschiedene Anwendungen wie Beleuchtung, Belüftung und Bewässerung genutzt werden.

3. Nachhaltiger Verkehr
Wasserstoff kann auch beim Transport von Produkten und Rohstoffen im Gartenbausektor eine Rolle spielen. Zum Beispiel mit wasserstoffbetriebenen Lastwagen, die Waren zu und von Gewächshäusern transportieren. Dies verringert den Einsatz fossiler Brennstoffe und reduziert die Treibhausgasemissionen.
Welche Herausforderungen bringt Wasserstoff mit sich?
Aber wir sind noch nicht am Ziel. Es gibt noch Herausforderungen in Bezug auf Produktion, Verteilung, Speicherung und Kosten. Trotz dieser Herausforderungen ist die großtechnische Anwendung von Wasserstoff in den Niederlanden bereits in vollem Gange. So stieg die Gesamtzahl der Wasserstoffprojekte in den Niederlanden bis Mitte 2022 auf 165, was einem Zuwachs von über 25 Prozent gegenüber 2021 entspricht. Diese Entwicklungen zeigen, dass (grüner) Wasserstoff als eine vielversprechende Option für die zukünftige Nachhaltigkeit des Gartenbausektors angesehen werden kann.
Die gesamte Kette nachhaltig gestalten
Kurzum, Wasserstoff kann eine interessante Perspektive für den Gartenbausektor bieten. Um solche Schritte in Richtung Nachhaltigkeit zu unternehmen, sind Initiativen wie Horti Footprint Circle interessant, denen man sich anschließen kann. Ziel des Horti Footprint Circle ist es, gemeinsam auf einen klimaneutralen Gartenbausektor bis 2030 hinzuarbeiten. Die Zeit, in der man nur über Fußabdrücke, Kohlenstoffkompensationen und klimaneutrale Produktion spricht, ist vorbei. Es ist an der Zeit, dass nicht nur die Landwirte aktiv werden, sondern die gesamte Kette.