Über 180 Branchenkollegen waren am Donnerstag, den 16. April, beim Gartenbau-Fußabdruck-Event in Schipluiden anwesend. Sie wurden den ganzen Nachmittag über über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Nachhaltigkeit auf dem Laufenden gehalten. Besonders auffällig war die handlungsorientierte Ausrichtung von Unternehmen und Organisationen. Nachhaltigkeit lebt mehr denn je, und die Bereitschaft, etwas zu bewirken, ist groß. Wer dabei sein will, muss Entscheidungen treffen, so hieß es. “Um Wirkung erzielen zu können, muss man eine Richtung wählen.”
Nach dem Erfolg der ersten Ausgabe im Jahr 2025 waren die Erwartungen an die zweite Gartenbau-Footprint-Veranstaltung hoch. Aber mit einer inspirierenden Rednerliste, fesselnden Präsentationen und herausfordernden Diskussionen wurden die Besucher nicht enttäuscht. Die Beteiligung war noch höher als im letzten Jahr, mit Vertretern aus der gesamten Gartenbau-Lieferkette. Von Züchtern und Züchtern bis hin zu Zulieferern und Dienstleistern und von Blumen und Pflanzen bis hin zu Obst und Gemüse. Das war auch genau die Absicht der Veranstaltung: den gesamten Gartenbau anzusprechen und sich der Herausforderungen im Bereich Nachhaltigkeit bewusst zu machen.

Vollständige Transparenz
Unter der Leitung von Moderator Rob Veenman begann die Veranstaltung mit einem Podium, das aus bekannten Namen bestand. Jelte van Kammen (Harvest House), Martijn van Vliet (Florpartners), Edith Bentvelsen (Ter Laak Orchios / Riza Growers), Dave Marcus (KAVB) und Albert Haasnoot (Royal FloraHolland) nahmen die Anwesenden mit auf eine Reise durch aktuelle nachhaltige Entwicklungen in der Branche. So macht der Gartenbau mit der Ersten Nachhaltigen Generation und 100% Grün Angebaut konkrete Schritte in Richtung einer nachhaltigeren Produktion. Ein häufig gehörtes Wort in der Diskussion war ‘Transparenz’. Dave Marcus gab beispielsweise an, dass die Branche die Verbraucher aktiver in die Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit einbeziehen müsse. “Meinungen basieren oft auf Emotionen. Es ist unsere Herausforderung, den Verbraucher dabei zu unterstützen, das wirkliche Bild zu sehen. Das geht nur, indem wir das Gespräch führen und vollständig transparent sind.”

Anschließend sprach John Vreugdenhil (KP Holland) über die Erfahrungen des Unternehmens bei der Berechnung seines Fußabdrucks und darüber, wie die Gärtnerei eine Zusammenarbeit anstrebt, um gemeinsam einen zukunftsfähigen Sektor aufzubauen. Marissa van Adrichem (Best Fresh Group) teilte ebenfalls ihre Sichtweise zum Thema Nachhaltigkeit. Sie sprach eine Frage an, die viele Unternehmer beschäftigt: Wie kann man in unsicheren Zeiten etwas bewirken? “Die Best Fresh Group befindet sich inmitten einer Kette, die durch den Klimawandel, strengere Vorschriften und immer höhere Ansprüche der Kunden unter Druck steht. Um noch etwas bewirken zu können, muss man eine Richtung wählen. Dabei will die Best Fresh Group nicht zu weit vorne, nicht zu weit hinten, sondern hauptsächlich im Rudel bleiben, so Van Adrichem. ”Jeder muss die notwendigen Schritte auf seine Weise und in seinem eigenen Tempo machen. Aber bleiben Sie in Bewegung.“ Die Ökobilanzexpertinnen Katharina Schuster und Charlotte van Hal von Greenhouse Sustainability sprachen ihrerseits über die Bedeutung der Fußabdruckmessung in diesem Prozess. ”Denn nur wenn man misst, kann man nachhaltige Entscheidungen treffen“, lautete ihre Botschaft. Sie führten die Zuhörer durch die verschiedenen maßgeschneiderten Tools, die Greenhouse Sustainability zu diesem Zweck entwickelt hat. Vorgestellt wurde auch PackR8, das neue PPWR-Tool (Packaging and Packaging Waste Regulation). Damit will Greenhouse Sustainability seine Kunden bei dieser neuen Verpackungsgesetzgebung unterstützen, die ab August 2026 in Kraft tritt.

Gemeinsam vorankommen
Die Gartenbau-Fußabdruck-Veranstaltung konzentrierte sich dieses Mal auf drei Säulen: Umwelt, Soziales und Governance. Dieser Rahmen hilft Organisationen, ihre Nachhaltigkeits- und soziale Auswirkungen zu kartieren und zu verbessern. Nach den Beiträgen zum Thema Umwelt folgten Präsentationen zum Thema Governance. Megan James (Tuinbranche Nederland) sprach beispielsweise über die Zukunftsvision des Gartenhandels. Sie betonte besonders die Bedeutung, dass die Branche bei den Nachhaltigkeitszielen gemeinsam vorgeht. Boudewijn Zuijderhoudt (Epiic) und Chris Boers (aaff) sprachen über die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen, um Gartenbauunternehmen aktiv bei der Nachhaltigkeitsumstellung zu unterstützen. Dabei wird nicht nur der Fußabdruck der Unternehmen berechnet, sondern auch eine ‘Roadmap’ erstellt, um diesen Fußabdruck schrittweise zu reduzieren. Eine Pilotstudie mit KP Holland hat bereits positive Ergebnisse erzielt.

Dennis Gebbink (Sportclub Only Friends) konnte das Publikum zum Schluss als Hauptredner tief bewegen. Er widmete sich dem sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit und erzählte von dem Sportverein, den er für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gründete. Sein Motto: ‘Du bist gut, so wie du bist.’ Durch den Einsatz von über 200 Freiwilligen, 50 Praktikanten, renommierten Botschaftern und Sponsoren werden 33 Sportarten für mehr als 800 Sportler mit körperlicher oder geistiger Behinderung oder chronischer Krankheit angeboten. Gebbink zeigte einige Videos, die für Emotionen und Bewunderung im Saal sorgten. “Jeder sollte in seiner eigenen, sicheren und vertrauten Umgebung Sport treiben können.”
Ter Laak Orchideen Gewinner
Abschließend wurde auch der Publikumssieger von Ranking the Grower bekannt gegeben. Die Wahl, eine Initiative von KAS Magazine und HortiContact, drehte sich in diesem Jahr um die nachhaltigsten Gartenbauunternehmen. Zuvor hatten eine Fachjury LG Flowers, Ter Laak Orchios und Koppert Cress bereits als Sieger in den Kategorien Blumen, Pflanzen und Gemüse gekürt. Das Publikum durfte online abstimmen und entschied sich massenhaft für Ter Laak Orchios. Eduard ter Laak und Edith Bentvelsen nahmen den Publikumspreis im Namen des Unternehmens entgegen.
Henri Potze, Direktor von Greenhouse Sustainability, blickt mit Begeisterung auf das Gartenbau-Fußabdruck-Event zurück und richtet seinen Blick bereits auf das nächste Jahr. “Wir kehren 2027 gerne mit einem attraktiven inhaltlichen Programm zurück. Unternehmen und Organisationen, die dabei mit uns zusammenarbeiten möchten, können sich bei uns melden. Wir wollen die Veranstaltung gemeinsam mit dem Sektor weiter ausbauen, das können wir nicht allein. Wir freuen uns darauf, mit anderen Akteuren zusammenzuarbeiten.”
Nachhören
Die gesamte Veranstaltung wurde auch live auf Hortibiz Newsradio übertragen. Darüber hinaus wurden einige Referenten während der Veranstaltung interviewt. Die Aufzeichnungen aller Präsentationen und Gespräche können in der kommenden Zeit nachgehört werden über www.hortibiznewsradio.nl werden bovendien gepubliceerd op het Spotify-Kanal von Hortibiz Newsradio.
