Immer mehr Floristen berechnen ihren ökologischen Fußabdruck mit Hilfe des FlorIT (Florist Impact Tool). Dieses Tool wurde speziell von Greenhouse Sustainability in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband VBW entwickelt. “Das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit wächst und damit auch die Bereitschaft, sich damit zu beschäftigen”, sagt Betriebsleiter Bram Rijkers. “Wir wollen unsere Mitglieder dabei unterstützen.”
FlorIT, das Footprint-Tool für Floristen, wurde letztes Jahr von der VBW (Königliche Vereinigung der Blumenhändler) eingeführt. Eine ausgewählte Gruppe von Unternehmern hat das Tool erfolgreich getestet. Der Praxistest wurde Anfang dieses Jahres abgeschlossen, woraufhin das Tool offiziell ausgeliefert wurde. “Wir befinden uns derzeit in der Rekrutierungsphase”, erklärt VBW-Direktor Bram Rijkers. “Über unseren Außendienst sprechen wir mit Floristen und schauen, ob wir ihnen beim Thema Nachhaltigkeit helfen können und ob das Tool dafür geeignet ist. Die Reaktionen aus dem Markt sind positiv.”
Maßgeschneidertes Tool
Die VBW kam über das Floristennetzwerk FloraNL mit Greenhouse Sustainability in Kontakt. Ergänzend zum Qualitätssiegel Barometer Duurzame Bloemist, das zeigt, wie nachhaltig ein Florist ist, suchte das Kollektiv nach einer einfachen Möglichkeit, die Auswirkungen dieser nachhaltigen Entscheidungen transparent zu machen. “Gemeinsam haben wir dann festgestellt, dass es für uns sinnvoller ist, dies als Branchenorganisation weiterzuführen”, erklärt Rijkers. “Auf der Grundlage bestehender Instrumente und zusätzlicher Anforderungen aus unserer Branche entwickelte Greenhouse Sustainability ein maßgeschneidertes Tool.”
FlorIT berechnet den Fußabdruck von Floristen u.a. auf der Basis von Quadratmetern, Energieverbrauch, Transport, Pendeln und Verpackung. Die Floristen müssen diese Daten selbst eingeben, werden dabei aber von der VBW unterstützt. “Wir wollen es unseren Mitgliedern so leicht wie möglich machen”, sagt Rijkers. “Um sie einzubeziehen, halten wir einen persönlichen Ansatz für wichtig. Wir wollen das Gespräch beginnen und erklären, was die Berechnung eines Fußabdrucks bedeutet.” Zu diesem Zweck hat die VBW kürzlich auch mehrere Webinare organisiert. “Wir wollen die Unternehmer begeistern, und diese Webinare helfen dabei. Wir werden das auf jeden Fall öfter machen und nach Möglichkeiten suchen, die Schwelle zur Teilnahme weiter zu senken. Auf diese Weise hoffen wir, eine noch größere Gruppe zu erreichen.”
Rijkers zufolge sind die Reaktionen überwiegend positiv. “Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit wächst und damit auch die Bereitschaft, daran zu arbeiten, nicht zuletzt wegen der gesellschaftlichen (Produkt-)Diskussionen, die wir in den Medien sehen. Der Fußabdruck ist für viele Floristen eine erkennbare Möglichkeit zu zeigen, dass sie nachhaltig arbeiten. Wir versuchen, sie dazu zu bringen, sich anzuschließen und schrittweise mit dem Instrument zu arbeiten. Gleichzeitig gibt es aber auch Unternehmer, die sich weniger engagieren, räumt Rijkers ein. ”Vor allem Floristen, die sich in der Endphase ihres Geschäfts befinden, haben oft andere Prioritäten. Auch dafür haben wir Verständnis. Aber die Gruppe, die damit anfangen will, wird in den nächsten Jahren noch wachsen.“
Zertifikat
Die Anwendung des Tools ist laut Rijkers nur der Anfang für Floristen. “FlorIT bietet Einblicke in die Umweltauswirkungen eines Unternehmens. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse kann man feststellen, wo Gewinne erzielt werden können. Auch dabei wollen wir die Floristen unterstützen. Als VBW selbst und in Zusammenarbeit mit Partnern.” So hat die VBW zum Beispiel einen Automotive-Partner, der Unternehmen dabei helfen kann, ihren Fuhrpark nachhaltiger zu gestalten, und einen Partner im Bereich der nachhaltigen Verpackungen. “Auf diese Weise können Sie die Maßnahmen ergreifen, die für Ihr Unternehmen die größte Wirkung haben.” Genauso wichtig ist es aber auch, seinem Umfeld zu zeigen, dass man sich für Nachhaltigkeit einsetzt, meint Rijkers. “Alle Floristen, die ihren Fußabdruck berechnen lassen, erhalten deshalb von uns ein Zertifikat. Damit wollen wir ihnen helfen, ihre nachhaltigen Bemühungen bekannt zu machen. Aber wir wollen auch einen Ölteppich schaffen, damit das Thema unter den Floristen noch lebendiger wird. Auf diese Weise machen wir immer wieder kleine Schritte nach vorn und hoffen, dass wir uns weiter steigern können.”